Beller Kirche - Mysterium am Wegesrand

Planung und Organisation

Zur Eröffnung des „Beller-Markt-Jahres“ lud der Ausschuss zum Neujahrsfest an die Beller Kirche. In der frostigen und sternenklaren Nacht strömten etwa 60 Neugierige kurz vor Mitternacht an die Ruine, die wildromantisch und in glitzernden Schnee getaucht vom Vollmond beschienen wurde. Wilfried Jung erklärte den Gästen die Bedeutung des Projektes „Beller Markt 2002“. Mit Böllerschüssen wurde dann das Jahr 2002 begrüßt.

Glühwein
„Draußen“ auf dem historischen Boden der Sakristei labten sich die Glühweinfans an dem heißen Getränk.

Musikschule
Gut eingepackt eröffnete die kleine Besetzung der Musikschule Eckelsheim das Spektakel.

Bürgermeister

Wohlgelaunt läutete Ortsbürgermeister Ernst-Friedrich Schwarz dann Punkt 0.00 Uhr symbolisch das Beller-Markt-Jahr ein.

Die Vorbereitung ging in die nächste Phase. Die „Aufrechten“ des Beller-Markt-Ausschusses und ihre Ehepartner reisten in der näheren und weiteren Umgebung von Markt zu Markt (Advents-, Weihnachts-, Ostermarkt, Museumstag u.v.a.m.). Jeder freie Sonntag wurde genutzt, um Marktstandbetreiber anzusprechen und zu motivieren, zu uns nach Eckelsheim an die Beller Kirche und zum Beller Markt zu kommen.

Visitenkarten wurden gesammelt, Bekannte und Freunde angesprochen, viele Briefe verschickt, und so nach und nach trudelten die ersten Zusagen ein. Zuerst sehr, sehr spärlich, aber so nach und nach kamen einige dazu. Für viele war die Einmaligkeit der Beller Kirche und die Abhaltung des Marktes auf freiem Feld ausschlaggebend. Allerdings standen etwa vier Wochen vor dem Beller-Markt-Termin erst etwa 20 Marktstandbetreiber fest, was uns sehr nervös machte. Aber dann ging es Schlag auf Schlag und am Eröffnungstermin waren sage und schreibe 72 Zusagen da. Die Siefersheimer Künstlerin Ruth Hoffmann hatte mit sehr viel Liebe ein Logo für den neuen Beller Markt kreiert. Sie stellte dieses Logo für alle Tätigkeiten, die im Bezug zum Beller Markt standen, kostenfrei zur Verfügung.

Zur Finanzierung des Rahmenprogramms und der notwendigen Versicherungen sollte ein Eintrittsgeld erhoben werden. Viele Möglichkeiten wurden diskutiert, aber fast alle als nicht durchführbar verworfen. Letztendlich wurde beschlossen, als Eintrittsberechtigung ein „Beller-Markt-Glas“ zu verkaufen. Nur aus diesen Gläsern durften Getränke jeglicher Art ausgeschenkt werden. 3.000 Gläser, dem originalen Beller-Markt-Glas der Familie Rößler sehr ähnlich und mit dem Beller-Markt-Logo versehen, wurden bestellt und zu 3,00 € das Stück verkauft. Und es hat funktioniert!

Alle Essen- und Getränkestände sollten darüber hinaus 10% ihres Umsatzes als Standgebühr abgeben. Natürlich sollten daneben auch einige Sponsoren gefunden werden, um die Finanzierung abzusichern. Unterstützt wurde das große Ereignis letztlich von der Druckerei Medinger, Wöllstein, der Kreissparkasse Alzey, der Firma BLT, Bad Kreuznach, der Firma Christ, Bad Kreuznach, der Firma RKS, Eckelsheim und dem EWR, Worms.

Die Bekanntmachung der Veranstaltung und die Einladung aller Bürgerinnen und Bürger der Region wurde federführend von Wilfried Jung übernommen. Im Nachrichtenblatt Wöllstein aktuell, in der Allgemeine Zeitung Alzey, im Alzeyer Wochenblatt, im pepper und weiteren Zeitungen und Nachrichtenblättern wurde der Beller Markt 2002 angekündigt und vorgestellt. Ein Faltblatt fasste die wichtigsten Informationen zusammen, darunter auch das Rahmenprogramm.

Logo

Beller Markt 2002
Rund um die Beller Kirche zu Eckelsheim

Rahmenprogramm:

Freitag, 26. Juli 2002
17.00 Uhr	Marktzug nach alter Tradition
                Aufstellung des Zuges in der Dorfmitte
18.30 Uhr	Eröffnungsfeier des Beller Marktes: 
                Böllerschüsse
                Begrüßung
                Marktpredigt Pfarrer Frommann
                Festrede des Schirmherrn
                Grußworte
                Musikalische Umrahmung „Musikschule Eckelsheim“
                Anschließend Volkstanz und kleines Theaterstück mit der 
                „Sargenrother Volkstanz- und Trachtentanzgruppe“
20.00 Uhr	Lebenslieder mit der Gruppe „Rossignol“

Samstag, 27. Juli 2002
11.00 Uhr	Musikalischer Auftakt mit der „Katholischen Kirchenmusik Gau-Bickelheim“
ab 14.00 Uhr	Minnegesang und Lieder aus alter Zeit mit „Ferdinand der Sänger“
                Jongleur und Feuerspucker
17.00 Uhr	Wein- und Zechlieder mit dem „Deutschen Weinchor“
20.00 Uhr	Weinintermezzo in der Beller Kirche
                Dixielandjazz mit den „Rochus Street Ramblers“
Eintritt: 12,50 Euro
21.00 Uhr	Schinderhannesmoritaten auf dem Marktgelände mit der 
                „Schinderhannesbande, Idar-Oberstein“

Sonntag, 28. Juli 2002 
11.00 Uhr	Musikalischer Auftakt
12.00 Uhr	Lesung alter Überlieferungen in der Beller Kirche mit Dietrich Pommerenke
ab 14.00 Uhr	Minnegesang und Lieder aus alter Zeit mit „Ferdinand der Sänger“
                Jongleur und Feuerspucker
15.00 Uhr	Rotznasen-Theater Bisterschied
                für Kinder in der Beller Kirche, Elterngruppe Eckelsheim
17.00 Uhr	Spielmanns- und Fanfarenzug Planig „die Lustigen Schupp­esser“
18.00 Uhr	Kreistänze auf dem Marktplatz, Leitung Ulla Stier, Musik Manfred Lahm
19.00 Uhr	Rheinhessische Mundartmusik und europäische Folklore 
                mit „Volker Gallé und Tom Bombadil Folkband“

Erleben Sie an allen Beller-Markt-Tagen rund um die Ruine Beller Kirche 
das ganz besondere Beller-Markt-Treiben: Kleinkunst, Schausteller, alte 
und neue Musik, historische und neue Marktstände, Kutschfahrten, Kräuter-
wanderungen, Essen und Trinken (der EGILO wird aus dem Fass ausgeschenkt).

Eintritt: Erwerb des original Beller-Markt-Glases – 3,00 Euro

Große und auffällige Hinweisschilder sollten auch zufällige Passanten auf den anstehenden Beller Markt aufmerksam machen. Über Harald Schmücker kam der Kontakt zu Klaus Kleinz, einem Maler mit Erfahrung in Kunst- und Reklame­malerei, zustande. Der war zuerst überrascht, dass er die Schilder umsonst anfertigen sollte, aber die Neugier auf den Beller Markt war dann doch stärker und er stimmte zu. Nach kurzer Feinabstimmung zum Farbton der Ruine („Sind die Steine eher gelb oder eher rot?“) und zur Frage, ob Tannen neben der Ruine stehen (tun sie nicht!), konnten die Schilder dann fertig- und aufgestellt werden.

Werbeschild
„Schildermaler“ Klaus Kleinz zeigt stolz sein Werk an der Beller Kirche.

(Als Gegenleistung wurde Klaus Kleinz zum Weinintermezzo eingeladen, was er nach eigenem Bericht ebenso wie den gesamten Beller Markt, wo er mit einem Verkaufsstand vertreten war, sehr genossen hat.)

Zur Komplettierung des Angebots sollte eine Ausstellung über die Beller Kirche und den Beller Markt stattfinden. Zeitzeugliche Gegenstände waren dank unermüdlicher Recherchen zahlreich vorhanden. Auch hier gab es wieder viele Fragen zur Organisation und zur Finanzierung zu klären. Mit dem Angebot von Friedrich Bäder, die Ausstellung nicht in einem Zelt, sondern in der Gerätehalle der Villa Bäder stattfinden zu lassen, war eines der schwierigen Probleme gelöst. Die großzügige Finanzierung durch das EWR Worms und die Organisation durch Jürgen und Beate Wridt ermöglichten dann die überaus gelungene Ausstellung, die sehr viele Menschen an allen Beller-Markt-Tagen erfreute und informierte.

Wilfried Jung